Methode

Beim Übersetzen bleibt immer etwas auf der Strecke. Es ist die Aufgabe einer Übersetzerin, sich diesem Verlust zu stellen. Im Umgang mit dieser Herausforderung entblösst man seine Arbeitsweise, denn grundsätzlich gibt es nur zwei Herangehensweisen zu diesem Problem:

Man versucht, das, was verloren geht, so eng wie möglich einzugrenzen und den Einfluss der Zielsprache im Rahmen seiner Möglichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Aus dieser Perspektive versteht man das Übersetzen als die Erarbeitung einer Gleichwertigkeit, die sich als Gleichheit versteht. Das Verhältnis zwischen Original und Übersetzung lässt sich dementsprechend mit einem Gleichzeichen ausdrücken.

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Dies ist eine Möglichkeit. Wenn man den Verlust beim Übersetzen allerdings nicht als Hürde, sondern als Vorteil versteht, bietet sich eine andere Methode an. Im Kontext einer Übersetzung zeichnet sich die Zielsprache immer gerade nur durch diejenigen Aspekte aus, welche das Übersetzen in erster Hinsicht erschweren oder gar unmöglich erscheinen lassen, weshalb sich genau in diesen Unzulänglichkeiten neue Möglichkeiten für den Übersetzer eröffnen, dem Text in einer neuen Sprache frisches Leben einzuhauchen. Das Symbol für diese Verhältnis zwischen Original und Übersetzung, was immer noch auf Gleichwertigkeit aber nicht Gleichheit hinausläuft, ist daher ein anderes:

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und zwar immer zum Vorteil der Übersetzung. Damit will ich nicht sagen, dass Übersetzungen in der Regel besser sind als die ursprünglichen Texte, sondern auf etwas Offensichtliches, dass jedoch oft vergessen wird, hinweisen: wenn eine Übersetzung nicht besser ist als eine 1-zu-1 Übertragung des Originals, das in der Zielsprache nur gleich gut so funktioniert wie das Original in der Ausgangssprache, dann braucht man es gar nicht erst zu übersetzen. Sie haben es schon geahnt, Ich widme mich der <-Methode.

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